Fruchtfliegen und sonstiges - meine Story

Gedankenaustausch und Infos zu übermäßigem Körpergeruch

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thephoenix
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Fruchtfliegen und sonstiges - meine Story

Beitragvon thephoenix » 09.Okt 2018, 21:24

Hallihallo,
Ich lunger schon seit Jahren in anderen englischen Foren rum, finde es aber wichtig, auch Bezugspersonen auf Deutsch zu finden.
Wie viele andere von euch habe auch ich schwere Geruchsprobleme. Bei mir nimmt es leider absurde Ausmaße an, sodass die Leute es im Sommer teilweise sogar 15m vor mir riechen und sich nach mir umdrehen oder dass Fruchtfliegen und normale Fliegen sich kurioserweise in meiner Nähe besonders wohl fühlen. Mein Körpergeruch scheint dabei zu variieren. Andere sagen er sei oft fäkal, manchmal undefinierbar schweißig-käsig-komisch, und manchmal auch einfach nur simpler Schweißgeruch. Ich selber rieche es natürlich nicht (hurra). Ich scheine es auch über den gesamten Körper auszudünsten, also es ist nicht nur Achselgeruch, sondern auch aus dem Mund, der Nase, you name it. Im Sommer ist alles 10x so schlimm. Angefangen hat es vermutlich so in der 5. Klasse, weil ich ab da vermehrt wahrgenommen habe, dass sich meine Sitznachbarn die Nasen mit der Hand verdeckt haben oder sich an der Nase gekratzt haben, wenn sie mit mir in einem Gespräch waren. Glücklicherweise wurde ich für den ganzen Mist nie schwer gehänselt, sondern habe aus meiner Schulzeit noch eine handvoll sehr enge Freunde und darüber hinaus durch Internetbekanntschaften noch viele gute Freunde, mit denen ich in den Urlaub fahre und mich paar Male im Jahr treffen kann.

Meine Symptome sind dabei vielfältig. Körpergeruch, Mundgeruch, Blähungen, Akne, Folliculitis auf meiner Kopfhaut, allgemein unreine Haut am Körper, trockene Haut, fettige Haut. Ganz schön nervig alles. Meine Hygiene ist auch peinlich genau, aber viel ausrichten kann auch die leider nichts. Depressionen habe ich natürlich auch, weil man sein Leben mit sowas stark hinterfragt und mehr als zu oft darüber nachgedacht hat, sich selber aus dem Genpool zu entfernen.

An Mitteln habe ich so etwa alles langfristig versucht. Ihr kennt das ja, wenn man von vielen Ärzten nicht die Lösung bekommt, probiert man dann alles mögliche auf eigene Faust. Zig Vitamine, Zink, Magnesium in allen Formen, Jod (oder Kelp), Chlorophyll, Chlorella, Spirulina, Probiotika, Antibiotika, Aktivkohle, Bentonit, Glycin, Serin undundund. Manches wirkte kurzfristig ganz gut, aber auch nur maximal für einen Tag oder so. Diättechnisch habe ich auch alles mögliche versucht: Am aussichtsreichsten war bis jetzt glutenfrei, lactosefrei, möglichst wenig Zucker und vegan. Übrig blieben dabei nur Dinge wie Tortillachips oder glutenfreie Nudeln.Wunderbar. Also auch kein Leben, das man leben möchte, weswegen ich die Routine auch abgebrochen habe, weil ich lieber stinke und isoliert lebe als mich unterkalorisch einer Mangelernährung auszusetzen. Regelmäßiges Schwitzen (Sport) scheint auch den Körpergeruch etwas zu verringern. Absolutes Tabu sind bei mir Alkohol, Sojasoße, Obst, Koffein, Schokolade, Scharfes und alles mit viel Einfachzucker, also Süßigkeiten, Limo etc. Es wird also etwas internes sein. Irgendwas scheint mit dem Stoffwechsel nicht zu stimmen. Nur was? Spekuliert wird ja, dass bei fäkalem Körpergeruch irgendwas im Tryptophanstoffwechsel spinnt, aber wer weiß.

Da ich nicht das Geld habe, um mich in Heidelberg untersuchen zu lassen und ich davon ausgehe, dass es nicht TMAU sein kann, weil Fisch bei mir die Symptome nicht zu verstärken scheint, bete ich einfach für ein Wunderheilmittel in den nächsten Jahren. In Cleveland forschen sie derzeit beispielsweise an einer Pille, die das TMA blocken soll (http://www.meboblog.com/2018/08/clevela ... -mice.html). Jedenfalls sollte man das und alles in die Richtung im Auge behalten.

Die gesamte "Krankheit" macht mir einen fetten Strich durch die Rechnung im Leben, da ich dadurch natürlich auch eigenartige Verhaltensweisen im zwischenmenschlichen Bereich entwickelt habe. Nichtsdestotrotz halte ich mich für einen intelligenten, rücksichtsvollen Mitmenschen. Nur hat man so als Stinker das Gefühl, nicht am Spiel des Lebens teilnehmen zu können. Ich kann mit Fremden kaum Gespräche führen, weil sie verständlicherweise von meinem Geruch abgeschreckt sind und auch allgemein kann ich so mit 25, der Blüte meines Lebens quasi, keine neuen Kontakte knüpfen. In zwei Wochen soll mein Journalismusstudium losgehen, aber ich kann das in dem Zustand auf keinen Fall überleben. Wie viele andere bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich hab seit drei Jahren sogar das Beten angefangen - in der Hoffnung, dass da draußen irgendwo ein Heilmittel sein wird. Und das als nichtreligiöser Mensch. Da sieht man einmal, zu was Verzweiflung einen treibt :lol:

Nundenn, danke für's Lesen. :)

LG
thephoenix

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Re: Fruchtfliegen und sonstiges - meine Story

Beitragvon Lyla » 08.Nov 2018, 13:56

Hallo thephoenix,
vielen Dank für deinen umfangreichen Beitrag.

Obwohl sich dieses Forum bereits viele Jahre mit dem Körpergeruch beschäftigt, wurde bisher noch keine ganzheitliche Lösung für unser Problem gefunden.

Der größte Teil der User dieses Forums agiert mittlerweile in einer Whats-App-Gruppe, deshalb schreibt hier oft keiner mehr. Ich denke aber, sie werden uns informieren, sobald es eine ultimative Lösung gibt.

thephoenix hat geschrieben:Ich hab seit drei Jahren sogar das Beten angefangen - in der Hoffnung, dass da draußen irgendwo ein Heilmittel sein wird.


Vielleicht kannst du mit diesem Buch was anfangen: https://www.amazon.de/Healing-Code-Die- ... 3499628074

Viel Glück!
Lyla

ThatSmell
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Re: Fruchtfliegen und sonstiges - meine Story

Beitragvon ThatSmell » 15.Nov 2018, 19:48

Hi,
ich kann deinen Beitrag voll und ganz nachvollziehen und ich hoffe, dass es bald eine Lösung gibt und wir von Ärzten zumindest ernst genommen werden.


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