Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

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Luna
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Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

Beitragvon Luna » 29.Mai 2016, 10:01

Hallo liebe Leidensgenossen. Ich möchte euch mal meine Erfhahrung mitteilen, die ich mit der OP gemacht habe. Also, ich bin weiblich, 41 Jahre alt und leide/litt schon seid ich denken kann an extrem schwitzigen Händen. Auch die Füsse und Achseln, teilweise auch das Gesicht sind betroffen aber nicht so störend wie die Hände. Ich habe jahrelang hier im Forum mitgelesen und mir viele gute Tipps mit auf den Weg genommen. So habe ich alles ausprobiert, von Antihydral, Codan, AHC, Iontophorese, Hämoöpathie, Tees, etc etc. Ich war mit meinem Latein am Ende. Die Hände schwitzten immer noch, aber wegen den vielen Anwendungen waren sie auch so rau und rissig, also gar nichts schönes mehr. Nach langem Überlegen entschied ich mich zu der OP. Bei uns in der Schweiz wird nur die Durchtrennung des Nervs gemacht. Das Clipping gar nicht. Ich liess es am letzten Donnerstag machen. Kaum war ich aus der Narkose erwacht, hätte ich trockene und warme Hände. Ich hätte Heulen können vor Freude. Seit da sind sie immer warm und trocken. Vom kompensatorischen Schwitzen hatte ich auch extrem Angst. Mein Arzt meinte jedoch, wenn man sich jetzt nur für die Hände entscheide und nicht gleich auch noch die Achseln, Füsse und Gesicht machen liesse, hätte man weniger KS. Ich merke es jetzt hauptsächlich an den Füssen, die sind etwas nasser als sonst. Aber vielleicht fällt es mir ja auch einfach mehr auf, da die Hände so schön trocken sind. Wenn es so bleibt, bin ich mehr als zufrieden und kann die OP von ganzem Herzen weiterempfehlen.

Ich werde euch aber auf dem Laufenden halten wie es weiter geht. Vielleicht verändert sich ja noch was mit dem KS.

Seid lieb gegrüsst :grpwave:

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Re: Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

Beitragvon Luna » 08.Jun 2016, 21:23

Nun sind 2 Wochen vergangen und ich bin immer noch super happy! Ich hatte nie mehr kalte, schwitzige Hände. Es ist ein neues Leben. Mit Freude gebe ich die Hand, mein Selbstbewusstsein ist enorm gestiegen. :D

Mit dem KS habe ich immer noch das Gleiche wie am Anfang, hauptsächlich die Füsse schwitzen mehr. Aber wenn das alles ist kann ich sehr gut damit leben.

So das wärs mal fürs erste, ich melde mich wieder! 8)

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Re: Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

Beitragvon Luna » 18.Mai 2017, 14:56

Hallo allerseits! Ich wollte mich mal wieder melden und euch von meiner Erfahrung berichten. Also es es jetzt nun fast ein Jahr her seit meiner OP. Und ich bin einfach nur glücklich es gemacht zu haben. Es ist so angenehm, immer trockene Hände zu haben. Angenehmer Nebeneffekt, trockene und warme Hände. Aber alles hat ja bekanntlich auch seine Schattenseiten. Ich schwitze schon vermehrt am Rücken. Im Winter spielt das keine Rolle, im Sommer kann es manchmal unangenehm sein. Und doch würde ich die OP immer wieder machen.

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Re: Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

Beitragvon Vorbei » 01.Jun 2018, 15:52

Hallo,
hier mal ein Langzeitbericht zur Sympathektomie.

Habe seit frühester Kindheit an extrem schwitzigen Hand-und Fußflächen gelitten und alles an Behandlungen mitgemacht was hier so im Forum steht, inc. Iontophorese, Sormodren, Botox. Alles nur mit mäßigem Erfolg, das den Leidensdruck nicht genommen hat - ich war völlig am Ende.
Im Jahr 2001 hatte ich dann die Sympathektomie, komplett, also ohne Clips.

Ergebnis bis heute: Hervorragend!
Nur für die Handflächen. Die sind auch heute absolut trocken, Haut ist geschmeidig ohne Risse, etc. An den Fussohlen schwitze ich immer noch, ist klar nicht schön, aber verglichen mit den Handflächen igendwo mit lebbar. Oberhalb der Brust, also auch Schultern und Kopf schwitze ich gar nicht mehr.
Kompensatorisches Schwitzen: Hatte ich direkt nach der OP an den Beinen (Oberschenkel, Bauch, Rücken) schon stark, hatte mir dann unter dem Schreibtisch einen Ventilator installiert.
Aber das ist nach einiger Zeit (Monate, vielleicht ein 1-2 Jahre) sehr stark zurück gegangen, ist heute normal bzw. fällt werder mir noch meinem Umfeld irgendwie als Besonders auf, also kein Thema.

Fazit, aus meiner Sicht: Alles andere ist nur Rumgetue und Rumdoktorei und hat den Leidensdruck (bis hin zu massiven Suizidgedanken) nicht verringert. Die Sympatektomie hat mein Leben verändert, ich kann nach 17 Jahren keine Nebenwirkungen mehr feststellen.
Eine Sympathektomie gegen den Fusssohlenschweiss mache ich nicht, irgendwie hab ich dann schon Angst vor dem kompensatorischen Schwitzen - ich will mein Glück jetzt nicht herausfordern.

Wenn Fragen sind melden, hab irgendwie den Eindruck das haben nicht so viel gemacht, was mir für die Betroffenen Leid tut.

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Re: Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

Beitragvon schwitzen_com » 04.Jun 2018, 12:50

Vielen Dank für den Bericht. Man muss der Fairness halber aber auch sagen, dass viele Behandlungsmethoden in den letzten knapp 20 Jahren deutliche Fortschritte gemacht haben.

Als Beispiel dafür möchte ich nur die Iontophorese nennen, mit der man inzwischen die Hand- oder Fußflächen sehr effektiv trockenlegen kann.
Sascha Ballweg

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Re: Erfahrungsbericht nach Sympathektomie

Beitragvon Vorbei » 12.Jun 2018, 19:24

Iontophorese hatte ich jahrelang gemacht, funktionierte auch, aber immer nur ein paar Tage. Urlaub ohne Gerät war ein Graus für mich und der zeitliche Aufwand insgesamt enorm.
Aber klar, wenn die Geräte heute zufriedenstellende Ergebnisse liefern spricht vieles dafür. Ich verfolge das alles nicht mehr, das ist ja das Tolle.
Der Threa hier heisst ja auch "Erfahrungsbericht nach Sympathektomie", für die Iontophorese sollte man eher einen eigenen Thread aufmachen, sonst sind wir OT.


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